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Wie befestigt man eigentlich ein Kanu auf dem Auto?


Ein paar Worte darüber, wie ich unseren 42kg schweren und 5m langen Kanadier auf dem Autodach auch über lange Strecken und bei Autobahngeschwindigkeit transportiere. Denn ich habe das gegoogelt und bin auf ganz erstaunliche Aussagen gestoßen, die ich hier nicht wiederholen werde. Ich nehem zwei Spanngurte mit Ratschen. Mit Prüfsiegel und erfüllter DIN-Norm, weil das im Schadensfalle vor einer Privatinsolvenz schützen kann. Ein Gurt kann immer reißen, deshalb zwei.

Dann sichere ich das mit zwei weiteren Zurrgurten vorne und hinten ab. Der vordere verhindert, das sich das Kanu durch den Fahrtwind zur Seite dreht, insbesondere wenn einer der beiden Gurte in der Mitte reißt. Er verhindert weiterhin, dass das Kanu alleine auf der Strasse herumschwirrt, falls es sich doch löst. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass der vordere Gurt permanent im Sichtbereich ist. Wenn sich der Gurt lockert, sollte man recht bald mal die Ladung überprüfen. Der hintere Gurt verhindert, dass das Kanu bei einer Vollbremsung oder Auffahrunfall dem Vordermann durch die Heckscheibe segelt. Beide Gurte zusammen lassen das Kanu halbwegs kontrolliert auf dem Standstreifen neben dem Auto baumeln, wenn sich beide Gurte in der Mitte lösen. Es gibt also wirklich keinen Grund, die paar Minuten und Euro zu sparen. Und keinen Grund für seltsame Diskussionen in irgendwelchen Webforen.

Noch ein paar von mir gesammelte Erfahrungen, ich bin kein ausgebildeter LKW-Fahrer, sondern habe das Kanu nur ein paarmal transportiert. Das folgende hätte ich gerne vorher gewußt, habe es aber nirgendwo gelesen:

  • Die Zurrgurte werden nicht nochmal irgendwo (gar mehrmals) drüber gewickelt. Sie laufen exakt auf dem kürzesten Weg ums Boot und die Dachreeling. Wenn man nicht den kürzesten Weg nimmt, wird sich der Gurt während der Fahrt den kürzesten Weg suchen und entsprechend lockern. Alles andere verhindert nur ein möglichst geradliniges und gleichmäßiges(!) Festzurren. Sie können sogar beschädigt werden. Ich hatte aus akustischen Gründen mal eine Schlaufe von 270° um die Reeling gelegt, um das Flattern des Gurtes am Autodach zu verhindern. Schwer zu erklären, ich wollte den Zurrgurt oberhalb statt unterhalb der Reeling haben, weil er während der Fahrt gegen das Autodach geschlagen hat. Nach 100 km hatte sich der Gurt halb durchgescheuert, zwei Stellen des Gurtes hatten miteinander Kontakt.
  • Die Windgeräusche gehen weg, wenn man den Zurrgurt an der unteren offenen Seite ein paar Mal um die Längsachse dreht anstatt sie (wie ich) wie eine Saite freischwingend zu spannen. Wenn man drüber nachdenkt ist es eigentlich logisch. :)


Ich habe mir aus Holzlatten zwei H-förmige Träger gebastelt. Die jeweils parallelen Latten sind so gesetzt, dass sie --höher als der Süllrand-- auf dem breiteren Stück des Bootsrandes aufsetzen. Daraus folgt, dass die Latten nur annähernd parallel sind, sie folgen dem sich verjüngenden Bootsrand. Ohne diese Träger würde lediglich vier 2 cm lange Abschnitte des recht dünnen Süllrands auf dem im 90° Winkel stehenden Querträger liegen, die sämtliche Zurrlast tragen müssten. Mit den H-Trägern verteilt sich die Last auf insgesamt eine Länge von 3-4 Metern auf den 4 cm breiten Bootsrand. Damit kann man das Boot dann recht einfach schonend(!) festzurren.

Diese Idee habe ich im Netz gefunden. Umzusetzen in ca 5 Minuten und die Schlaufen werden natürlich nur bei Bedarf rausgeholt. Äusserst praktisch.

Wir schlafen im Auto


Es hat angefangen mit einer lausig kalten Nacht und einer kaputten Luftmatratze, so dass wir bibbernd im kalten Autokofferraum übernachtet haben. Da habe ich mir gedacht, dass es auch besser gehen könnte. Wir waren und sind natürlich nicht die ersten mit dieser Idee. Schaut zB mal ins Campingforum von Dacianer.de, dort gibt es viele tolle Lösungen, viele davon deutlich besser als unsere. Andere Hochdachkombis haben natürlich auch Campingausbauten. Es gibt fertig zu kaufende Module, die man einfach in den Kofferraum schiebt. Unser Ausbau ist eher rustikal und schnell gemacht, und das ganze hat auch nur ca 200 EUR gekostet. Im Auto zu schlafen konkuriert also natürlich nicht mit Wohnmobil oder Wohnwagen, sondern mit Zelten. Trotzdem haben wir damit nicht nur einige Wochenendtrips, sondern sogar zwei Sommerurlaube damit gemacht. Es ist sehr gemütlich und rückenfreundlich. Auf dem Weg in den Süden kann man sich über Nacht auch mal auf der Autobahnraststätte hinlegen. Natürlich 100% Wasserdicht auch beim größten Sturm und es ist schön, morgens beim Aufwachen aus dem Fenster zu schauen. Wir haben alles dabei was wir brauchen und noch eine Menge Kram mehr.

Im Folgenden möchte ich auf ein paar Dinge eingehen, auf die wir Wert legen und/oder woanders kaum gesehen haben. Dieser Beitrag ist als Dankeschön und Inspiration gedacht.


Matratze

Die liegt bei uns auf einem zweigeteilten Brett. Zweigeteilt, weil wir die Liegefläche von 200x130 cm nur erreichen wenn wir die Vordersitze ganz nach vorne schieben. Zum Fahren werden die Bretter dann etwas übereinandergeschoben. Es ist eine 10 cm hohe Schaumstoffmatratze für ca. 80 EUR, welche auch schon unser größter Posten war. Die ist komischerweise aber auch superbequem und man kann sie einfachst mit einem Teppichmesser zurechtschneiden. In unserem Falle war das ein 10cm breiter Streifen der ursprünglichen 200x140 cm sowie ein paar Anschrägungen in Höhe der Radkästen. Übrigens, mit einem geraden Schnitt in der Mitte wird aus der Matratze eine Klappmatratze. Wir schlafen darin mit unseren normalen Bettsachen. Sehr gemütlich. Mit einer dicken Extradecke reicht das sogar bequem bis in die Nähe von Minustemperaturen. Die Idee mit der Heizdecke ist bisher unnötig.

UNTER der Matratze ist ein Spannbetttuch. Die Ränder kann man dann hochziehen und dann z. B. mit S-Haken an den Haltegriffen befestigen. Man kann aber trotzdem noch rausschauen und es behindert die Luftzirkulation nicht. Als Sichtschutz und Verdunklung reicht es aus. Außerdem kann man den ganzen Kram griffbereit für die Nacht an die Seite stopfen, ohne dass es runterfällt. Taschenlampe, Taschentuch, Handy, Wasserflasche...

Der Unterbau für die Matratze

Um auf 2m x 1,30m zu kommen, braucht es zwei Bretter. Man muss sie ineinander verschieben können, damit man die Vordersitze zum Fahren weit genug zurückstellen kann. Das ganze ist ziemlich stabil, weil die Bretter kaum Platz zum Wackeln haben. Darunter ist wichtiger Stauraum.

Das hintere Brett kann auch im 5-Personen Betrieb im Auto bleiben.

Dieses Brett liegt entweder über den heruntergeklappten Rücksitzen oder anstelle dieser. Rechts und links sind kleine Aussparungen, damit man die Seitenfenster hoch- und runterkurbeln kann.

Ich habe es nachträglich im Baumarkt in der Mitte sägen lassen und die beiden Teile mit Klavierband wieder verbunden. Auf den Bildern sieht man ggf noch die einteilige Version. Nun ist es deutlich handlicher und insbesondere läßt es sich nur zusammengeklappt im Kofferraum transportieren.

Auf dem unteren Bild erkennt man die Aussparungen für die Radkästen.

Die hintere Stütze steht hinter Fahrer- und Beifahrersitz. Man braucht sie nicht, wenn man die Rücksitze nicht ausbaut, dann ruht das Brett auf den heruntergeklappten Sitzen. Die Rücksitze nicht ganz nach vorne klappen, sondern nur die Lehnen runter, sonst verkürzt man sich die mögliche Liegefläche um die hochgeklappten Sitzbänke Die mittlere Stütze ist in der Mitte der beiden Bretter und kann im Kofferraum bleiben, selbst wenn man mit dem Wagen als normaler 5-Sitzer unterwegs ist. Die beiden kleinen Stützen sind rechts und links in Kofferraumnähe.

Vordach

Ein 4x6 m Tarp (Wichtig: luftdurchlässig) in einer freundlichen Farbe über das ganze Auto gespannt und an der längeren Seite mit zwei Rundhölzern aufgespannt gibt Privatsphäre, einen Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung morgens im Auto und ein sehr gemütliches großes Vordach zum Daruntersitzen. Mit einer Dachbox erreicht das auch direkt am Auto gute Stehhöhe. Kein Vergleich zu den kleinen Plastikplanen die ich hier, aber auch auf Campingplätzen z. B. an VW-Bussen als ausfahrbare Markisen gesehen habe. Vier Heringe reichen. Abends kann man einfach die Rundhözer wegklappen und man hat Ruhe. Wenn es anfängt zu regnen, kann man da noch eine Plastikplane einfach darüber legen, aufgespannt ist ja schon.


Hinteres Zelt

Was man beim Zelten ein bisschen vermisst, ist eine Möglichkeit sich im Privaten stehend umzuziehen, ein bisschen erreichbarer Stauraum und Wasserlassen, ohne dass man nachts den Weg zum Campingplatzwaschhaus machen muss. Einen trockenen Platz für die Kühlbox und Stauraum für die Sachen, die man griffbereit haben will. Ich wollte dafür eben kein Extrazelt aufbauen, sondern die Stabilität des Autos ausnutzen.


Die Schraube, die als Transportsicherung (und Ersatzteillager) dient entfernen. Hinten rausziehen. Fertig! Auf den ersten beiden Bildern ist es ein bisschen schwer zu erkennen. Da sind natürlich 4 (2x2) Holzstäbe auf dem Dach.

Zwei leicht überarbeitete Planen werden dann einfach mit Haken drangehängt, hier und da schnell befestigt. Auf einem der unteren Bilder kann man den Nagel erahnen, der durch ein Loch in der Schelle die horizontalen Hölzer fest in Position hält. Das eingearbeitete Drahtseil (Mopped-Gaszug) und die Magnete verschließen den Eingang automatisch.

Obendrauf kommt dann das Dach. Ähnlich wie ein Lattenrost von IKEA, den man aufrollen kann. Allerdings kommt hier zu den Latten und Gurten noch eine Plane hinzu. Alles dicht und doch luftig, ganz wichtig wenn die Sonne drauf scheint.

Damit ist das Zelt in 5 Minuten aufgebaut. Es ist stabil und dicht und der Materialaufwand hält sich in engen Grenzen.

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an die netten und klugen Leute im Camperforum von Dacianer.de, die mir mit vielen guten Ideen geholfen haben.

Mückennetz

Nicht unbedingt ein Geheimtipp, aber mit Magneten bekommt man sehr einfach Mückennetze vor den Fenstern befestigt. Im Sommer in Italien haben wir die Kofferraumtüren des MCV sperrangelweit offen gelassen und ein Moskitonetz davor gehangen. Dicht.

Stauraum

Ordnung und Erreichbarkeit ist beim Camping ein besonderes Problem. 4 DIN-Boxen (40x60x20 cm) passen in den MCV-Kofferraum auch bei hochgeklappter Rücksitzbank unter das Brett und verleihen Brett und Matratze zusätzliche Stabilität. Man kann sie fast wie Schubladen herausziehen. Drei weitere Boxen passen rein, wenn man die Rücksitzbank ausbaut statt umlegt. Die Rücksitzbank ist übrigens an nur zwei Schrauben befestigt und wenn man die Sitze mit Zurrgurten fixiert, ist der Ein- und Ausbau zur Not von einer Person alleine handhabbar.